Nicht-HDL-Cholesterin im Blut: Test und Bedeutung (non-HDL)
Weniger als 130 mg/dl, umgerechnet in mmol/l – gesunder Wert (MedlinePlus)
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was Nicht-HDL-Cholesterin ist
Nicht-HDL-Cholesterin wird nicht eigens für sich gemessen – es wird aus einem gewöhnlichen Lipidprofil berechnet: Das HDL-Cholesterin (Lipoprotein hoher Dichte) wird vom Gesamtcholesterin abgezogen. Was übrig bleibt, umfasst alle übrigen cholesterintragenden Partikel im Blut – LDL (Lipoproteine niedriger Dichte) sowie VLDL (Lipoproteine sehr niedriger Dichte) und deren Reste. All diese Partikel gelten als atherogen, das heißt, sie können zur Bildung von Fettablagerungen in den Gefäßwänden beitragen. Da für die Berechnung des Nicht-HDL-Cholesterins keine Nahrungspause vor der Blutentnahme nötig ist (anders als bei Triglyzeriden oder einem genauen LDL), lässt es sich bequem aus einer gewöhnlichen Blutuntersuchung zu jeder Tageszeit beurteilen. Nicht-HDL-Cholesterin wird zusammen mit dem Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyzeriden als Teil des Lipidprofils beurteilt.
Gesunde Werte
| Gruppe | Gesunder Wert, mmol/l | Quelle | |
|---|---|---|---|
| Erwachsene ab 20 Jahren Weniger als 130 mg/dl, umgerechnet in mmol/l – gesunder Wert (MedlinePlus) | weniger als 3,36 | MedlinePlus Geprüft 2024-10-15 | |
| Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre Weniger als 120 mg/dl, umgerechnet in mmol/l – gesunder Wert (MedlinePlus) | weniger als 3,10 | MedlinePlus Geprüft 2024-10-15 | |
Laut MedlinePlus liegt der gesunde Wert des Nicht-HDL-Cholesterins bei Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahre unter 120 mg/dl (3,10 mmol/l), bei Erwachsenen ab 20 Jahren ist die Grenze höher – unter 130 mg/dl (3,36 mmol/l). Die Quelle nennt diese beiden Bereiche als getrennte Angaben für die Altersgruppen, erklärt aber nicht, warum die Grenze für Kinder gerade niedriger liegt – weder Wachstum noch ein anderer physiologischer Faktor wird im Text genannt. Wird also das Ergebnis eines Kindes beurteilt, ist es wichtig, es mit dem Bereich für Kinder zu vergleichen (bis 120 mg/dl bzw. 3,10 mmol/l) und nicht mit der Grenze für Erwachsene, denn derselbe Zahlenwert kann bei einem Kind und bei einem Erwachsenen in eine andere Kategorie fallen. Achten Sie außerdem auf den Referenzbereich des jeweiligen Labors, denn er kann von den allgemeinen Angaben leicht abweichen.
Wann Nicht-HDL-Cholesterin bestimmt wird
- Als Teil eines gewöhnlichen Lipidprofils, wenn das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beurteilt wird
- Wenn Gesamtcholesterin oder LDL erhöht ist und die gesamte Menge atherogener Partikel genauer eingeschätzt werden soll
- Wenn die Triglyzeride erhöht sind – LDL ist dann schwerer zu berechnen, während Nicht-HDL-Cholesterin ein verlässlicher Kennwert bleibt
- Zur Beurteilung, ob eine Behandlung oder eine Lebensstiländerung zur Senkung des Cholesterins wirkt
- Bei Diabetes oder wenn weitere Risikofaktoren für Herz und Gefäße vorliegen
Wie Sie sich vorbereiten
- Das Blut wird in der Regel nach 8–12 Stunden ohne Nahrung entnommen, weil die Untersuchung meist zusammen mit einem vollständigen Lipidprofil erfolgt (siehe Vorbereitung auf das Lipidprofil)
- Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel Sie einnehmen, denn sie können das Ergebnis beeinflussen
- Alkohol vor der Untersuchung kann die Ergebnisse verfälschen und sollte daher besser gemieden werden
Erhöhtes Nicht-HDL-Cholesterin
Ein erhöhtes Nicht-HDL-Cholesterin zeigt, dass viele atherogene Partikel im Blut sind – LDL, VLDL und deren Reste. Die häufigsten Ursachen sind fettreiche Ernährung, Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung, außerdem einige Erkrankungen (Diabetes, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenstörungen) und erbliche Störungen des Fettstoffwechsels. Nach den Angaben von MedlinePlus gilt der Wert bei Erwachsenen als erhöht, wenn er 130 mg/dl (3,36 mmol/l) übersteigt.
- Fettreiche Ernährung, insbesondere Kost mit viel gesättigten Fetten
- Übergewicht oder Fettleibigkeit
- Zu wenig körperliche Bewegung
- Diabetes
- Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenstörungen
- Polyzystisches Ovarialsyndrom
- Einige Medikamente – zum Beispiel hormonelle Kontrazeptiva, Diuretika, Betablocker
- Erbliche Störungen des Fettstoffwechsels (zum Beispiel familiäre kombinierte Hyperlipidämie oder familiäre Hypercholesterinämie)
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen sollten:
- Das vollständige Lipidprofil – Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride – damit klar wird, welcher Anteil das Risiko erzeugt
- Lebensstilfaktoren – Ernährung, körperliche Bewegung, Gewicht
- Ob weitere Risikofaktoren für Herz und Gefäße vorliegen (Blutdruck, Rauchen, Diabetes)
- Die Familiengeschichte, im Hinblick auf erbliche Störungen des Fettstoffwechsels
- Wann die Untersuchung wiederholt werden soll, damit die Veränderung im Verlauf sichtbar wird
Nicht-HDL-Cholesterin und LDL
LDL ist nur eine Art atherogener Partikel. Nicht-HDL-Cholesterin erfasst LDL und weitere ähnliche Partikel (VLDL und deren Reste) und gibt damit ein umfassenderes Bild der gesamten atherogenen Last, besonders wenn die Triglyzeride erhöht sind und LDL schwerer genau zu berechnen ist. Da der Kennwert LDL und die übrigen atherogenen Partikel erfasst, halten ihn manche Leitlinien für aussagekräftiger als LDL allein.
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Häufige Fragen
›Was ist Nicht-HDL-Cholesterin?
Es ist das gesamte Cholesterin in den Partikeln, die kein HDL (Lipoproteine hoher Dichte) sind – überwiegend LDL und VLDL sowie deren Reste. Es wird vom Gesamtcholesterin durch Abzug des HDL berechnet und braucht daher keine eigene Blutprobe.
›Wie hoch ist ein normales Nicht-HDL-Cholesterin?
Laut MedlinePlus liegt der gesunde Wert für Erwachsene ab 20 Jahren unter 130 mg/dl (etwa 3,36 mmol/l), für Menschen unter 20 Jahren unter 120 mg/dl (etwa 3,10 mmol/l). Den genauen Bereich Ihres Labors finden Sie auf Ihrem Befund.
›Worin unterscheidet sich Nicht-HDL-Cholesterin vom LDL-Cholesterin?
LDL ist nur eine Art atherogener Partikel. Nicht-HDL-Cholesterin erfasst LDL und weitere ähnliche Partikel (VLDL und deren Reste) und gibt damit ein umfassenderes Bild der gesamten atherogenen Last, besonders wenn die Triglyzeride erhöht sind und LDL schwerer genau zu berechnen ist.
›Muss ich vor der Bestimmung des Nicht-HDL-Cholesterins nüchtern sein?
Für die Berechnung des Nicht-HDL-Cholesterins selbst ist Nüchternheit nicht erforderlich, das Blut wird aber meist zusammen mit einem vollständigen Lipidprofil entnommen – dafür kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie bitten, 8–12 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen.
›Warum kann das Nicht-HDL-Cholesterin erhöht sein?
Die häufigsten Ursachen sind fettreiche Ernährung, Übergewicht und wenig Bewegung, außerdem Diabetes, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen, einige Medikamente und erbliche Störungen des Fettstoffwechsels. Ein vollständiges Lipidprofil und die ärztliche Beurteilung helfen, die Ursache zu klären.
›Wird Nicht-HDL-Cholesterin getrennt vom Lipidprofil bestimmt?
Nein – es wird aus demselben Lipidprofil berechnet, in dem Gesamtcholesterin, HDL, LDL und Triglyzeride gemessen werden, eine zusätzliche Blutentnahme ist also nicht nötig.
Quellen
Verwandte Blutwerte
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Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.