Ferritin-Test: Was das Ergebnis bedeutet (FER)
unter 15 µg/l — Eisenmangel (WHO)
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was Ferritin ist
Ferritin ist ein Protein, das Eisen bindet und in den Zellen speichert — vor allem in der Leber, in der Milz und im Knochenmark. Ein kleiner Teil davon zirkuliert im Blut, und dieser Anteil spiegelt die Eisenreserven des Körpers wider. Deshalb gilt die Ferritinbestimmung als der genaueste einzelne Wert zur Beurteilung der Eisenspeicher: die Reserven gehen zur Neige, bevor das Hämoglobin tatsächlich abfällt, und so kann Ferritin einen Mangel schon vor einer Anämie anzeigen. Ferritin ist außerdem ein Akute-Phase-Protein — es steigt bei einer Entzündung oder Infektion, auch wenn gar kein Eisen fehlt. Deshalb wird es üblicherweise gemeinsam mit CRP (C-reaktivem Protein), dem Serumeisen und der Transferrinsättigung beurteilt.
Referenzwerte (WHO, 2020)
| Gruppe | Grenzwert | Quelle | |
|---|---|---|---|
| Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren, keine Entzündung Eisenmangel (WHO) | unter 15 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
| Kinder unter 5 Jahren, keine Entzündung Eisenmangel (WHO) | unter 12 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
| Schwangere, erstes Trimester Eisenmangel (WHO) | unter 15 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
| Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren mit Infektion oder Entzündung Die Mangelgrenze steigt, weil eine Entzündung das Ferritin erhöht (WHO) | unter 70 µg/l | WHO abgerufen 2026-10-05 | |
| Kinder unter 5 Jahren mit Infektion oder Entzündung Mangelgrenze bei einer Entzündung (WHO) | unter 30 µg/l | WHO abgerufen 2026-10-05 | |
| Menstruierende Frauen (gesund) — Risiko einer Überladung Kann auf ein Risiko für eine Eisenüberladung hinweisen (WHO, bedingte Empfehlung) | über 150 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
| Männer und nicht menstruierende Frauen (gesund) — Risiko einer Überladung Kann auf ein Risiko für eine Eisenüberladung hinweisen (WHO, bedingte Empfehlung) | über 200 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
| Erwachsene mit einer bestehenden Erkrankung — Grenzwert für eine Überladung Kann auf eine Eisenüberladung oder eine andere Erkrankung hinweisen; weitere Untersuchungen sind nötig (WHO) | über 500 µg/l | WHO abgerufen 2026-09-07 | |
Wann der Wert bestimmt wird und wie Sie sich vorbereiten
- Wenn im Blutbild Hämoglobin oder Hämatokrit niedrig sind und die roten Blutkörperchen kleiner sind und weniger Hämoglobin enthalten als üblich — Verdacht auf eine Eisenmangelanämie
- Bei anhaltender Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder Kopfschmerzen, Atemnot, Ohrgeräuschen, Schläfrigkeit oder Reizbarkeit
- Bei weniger typischen Zeichen: Einrisse in den Mundwinkeln, löffelförmige Nägel, brennende Zunge oder Verlangen nach nicht essbaren Substanzen
- Bei Verdacht auf eine Eisenüberladung (Hämochromatose) — Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Veränderungen der Hautfarbe
- Zur Verlaufskontrolle der Eisenspeicher in der Schwangerschaft, bei Sportlerinnen und Sportlern, bei pflanzlicher Ernährung oder nach einem größeren Blutverlust
Wie Sie sich vorbereiten
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, vorher 12 Stunden nichts zu essen; die Blutentnahme erfolgt meist morgens. Wenn Sie gerade eine Infektion oder eine Entzündung haben, sagen Sie es — Ferritin kann dann vorübergehend erhöht sein, und das Ergebnis wird zusammen mit dem CRP beurteilt.
Hoher Ferritinwert: was dahinterstecken kann
Ein erhöhter Ferritinwert bedeutet nicht automatisch zu viel Eisen. Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein und steigt daher bei einer Infektion, einer Entzündung oder nach einer Operation. Weitere Ursachen sind Lebererkrankungen, Übergewicht, Alkoholkonsum, Autoimmunerkrankungen, eine Überfunktion der Schilddrüse und die erbliche Hämochromatose (angeborene Eisenüberladung). CRP, Leberwerte und die Transferrinsättigung helfen, diese Ursachen voneinander zu unterscheiden.
- Entzündung oder Infektion, auch die Zeit nach einer Operation — Ferritin steigt als Akute-Phase-Protein
- Lebererkrankungen
- Übergewicht
- Alkoholkonsum
- Autoimmunerkrankungen
- Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
- Krebserkrankungen
- Hämochromatose — eine erbliche Erkrankung, bei der der Körper zu viel Eisen speichert
Beschwerden, die bei einem hohen Ferritinwert manchmal berichtet werden
- Schwäche oder Erschöpfung
- Gelenkschmerzen (Knie, Hände)
- Bauchschmerzen
- Veränderungen der Hautfarbe — ein gräulicher, metallischer oder bronzefarbener Ton
- Verminderte Libido
Niedriger Ferritinwert: was dahinterstecken kann
Ein niedriger Ferritinwert spricht für erschöpfte Eisenspeicher und ist die häufigste Grundlage eines Eisenmangels und einer Eisenmangelanämie. Da die Speicher leer werden, bevor das Hämoglobin abfällt, kann ein niedriges Ferritin der einzige auffällige Befund sein, während das Blutbild noch normal aussieht. Häufige Ursachen sind zu wenig Eisen über die Nahrung oder eine gestörte Aufnahme, Blutverluste (starke Regelblutungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, häufiges Blutspenden), ein erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft, im Wachstum oder bei intensivem Training sowie Erkrankungen des Verdauungstrakts, die die Aufnahme beeinträchtigen, etwa eine Zöliakie. Nach der WHO-Leitlinie liegt die Grenze für Erwachsene bei 15 µg/l und bei einer Entzündung bei 70 µg/l.
Beschwerden bei erschöpften Eisenspeichern
- Atemnot
- Schwäche oder Erschöpfung
- Schwindel
- Herzrhythmusstörungen
- Blasse Haut
- Restless-Legs-Syndrom
Ferritin-Bereiche und ihre Bedeutung (WHO 2020)
Ferritin unter 15 µg/l: Nach der WHO-Leitlinie von 2020 zeigt ein Ferritinwert unter 15 µg/l bei einer erwachsenen Person ohne Entzündung oder Infektion einen Eisenmangel an. Die Eisenspeicher sind dann erschöpft, eine Anämie muss aber noch nicht entstanden sein — das Hämoglobin fällt meist später, wenn die Speicher vollständig verbraucht sind. Die WHO hat diesen Grenzwert für gesunde Erwachsene und für Kinder ab 5 Jahren ohne Anzeichen einer akuten oder chronischen Erkrankung festgelegt: Ferritin spiegelt dann die Speicher des Körpers direkt wider, weil keine Entzündung den Wert nach oben treibt. Das Ergebnis wird normalerweise zusammen mit einem vollständigen Blutbild und den Erythrozytenindizes (MCV, MCH) beurteilt, um zu sehen, ob der Mangel die roten Blutkörperchen schon erreicht hat, und manchmal zusammen mit der Suche nach einer Blutungsquelle — starke Regelblutungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder häufiges Blutspenden — besonders dann, wenn der Mangel wiederkehrt oder die Ernährung ihn nicht erklärt. Ein einzelner niedriger Wert allein ist keine Diagnose: bestanden zum Zeitpunkt der Messung Anzeichen einer Infektion, hebt die WHO die Mangelgrenze auf 70 µg/l an, und deshalb beurteilt eine Ärztin oder ein Arzt die Zahl zusammen mit dem gesamten klinischen Bild und wiederholt die Messung bei Bedarf nach einiger Zeit.
Ferritin 15-69 µg/l: Bei einer gesunden erwachsenen Person ohne Entzündung gilt dieser Bereich nach der WHO-Leitlinie von 2020 als normaler Bereich für die Eisenspeicher, denn die Mangelgrenze liegt dort bei 15 µg/l. Dieselbe Leitlinie weist darauf hin, dass Ferritin bei einer Infektion oder Entzündung vorübergehend steigt und dass die Mangelgrenze in dieser Situation auf 70 µg/l angehoben wird — ein während einer Entzündung gemessener Wert von bis zu 69 µg/l kann also trotzdem erschöpfte Speicher bedeuten. Deshalb wird dieser Bereich nicht für sich allein beurteilt, sondern zusammen mit einem Entzündungsmarker, meist dem CRP (C-reaktiven Protein): ist das CRP erhöht, wird ein niedrigerer Wert in diesem Bereich vorsichtiger eingeordnet; fehlen Anzeichen einer Entzündung, wird derselbe Wert üblicherweise als normaler Eisenspeicher gelesen. In der Praxis gibt eine einzelne Zahl aus diesem Bereich ohne Zusammenhang keine eindeutige Antwort — eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt sie zusammen mit dem Allgemeinzustand, möglichen Entzündungszeichen und bei Bedarf weiteren Eisenparametern.
Ferritin 70-149 µg/l: Nach der WHO-Leitlinie von 2020 liegt dieser Bereich auch bei einer Entzündung über den Mangelgrenzen und unter den Werten, die die WHO ihren Kategorien für eine Eisenüberladung zuordnet — diese beginnen bei 150 µg/l für menstruierende Frauen und bei 200 µg/l für Männer und nicht menstruierende Frauen. Ein Wert in diesem Bereich spricht bei gesunden Erwachsenen üblicherweise für ausreichende Eisenspeicher, und die Leitlinie knüpft an diesen Bereich keine eigene Empfehlung, weil er einfach zwischen den bereits festgelegten Grenzen für Mangel und Überladung liegt. Ferritin in diesem Bereich kann durch eine Entzündung, eine Lebererkrankung oder Übergewicht auch ohne echte Eisenüberladung leicht erhöht sein; bestehen weitere Beschwerden oder andere auffällige Werte, können deshalb CRP oder Leberwerte angefordert werden. Bei gesunden Personen ohne Beschwerden sind in diesem Bereich meist keine weiteren Untersuchungen nötig, doch der Zusammenhang — Alter, Geschlecht, die gleichzeitig bestimmten übrigen Werte — wird immer zusammen mit der Zahl selbst beurteilt.
Ferritin 150-199 µg/l: Nach der WHO-Leitlinie von 2020 fällt dieser Bereich bei ansonsten gesunden menstruierenden Frauen in die Kategorie, die mit einer möglichen Eisenüberladung verknüpft ist — und die Leitlinie kennzeichnet ihn als bedingte Empfehlung, die auf früheren WHO-Positionen und nicht auf starker Evidenz beruht. Für Männer und für Frauen nach der Menopause liegt der entsprechende Grenzwert höher, bei 200 µg/l, sodass derselbe Wert für sie noch nicht in diese Kategorie fällt. Weil Ferritin ein Akute-Phase-Protein ist, betont die WHO, dass ein erhöhter Wert allein nicht als einziges Mittel zum Erkennen einer Eisenüberladung dienen kann: die häufigsten Gründe sind eine Entzündung, eine Lebererkrankung, Übergewicht oder Alkoholkonsum und nicht eine echte Eisenansammlung. Die WHO empfiehlt deshalb, die Ursache auf diesem Niveau durch eine breitere klinische und laborchemische Beurteilung zu klären, anstatt sich auf diesen einen Wert zu verlassen; die abschließende Einschätzung liegt immer bei der Ärztin oder dem Arzt.
Ferritin 200-499 µg/l: Nach der WHO-Leitlinie von 2020 fällt dieser Bereich bei ansonsten gesunden Männern und bei Frauen nach der Menopause in die Kategorie, die mit einer möglichen Eisenüberladung verknüpft ist; der Grenzwert liegt für sie bei 200 µg/l. Das ist niedriger als die Grenze von 500 µg/l, die für Menschen mit einer bereits bestehenden Erkrankung gilt, denn eine gesunde Person ohne weitere Erkrankungen wird anders beurteilt als eine bereits kranke. Für menstruierende Frauen liegt dieser Bereich ebenfalls über der für sie geltenden Grenze von 150 µg/l. Die WHO sagt deutlich, dass sich eine Kategorie der Eisenüberladung nicht anhand der Ferritinkonzentration allein feststellen lässt: wer einen Wert in diesem Bereich hat, braucht eine klinische und laborchemische Beurteilung, um die tatsächliche Ursache zu finden, denn zu den häufigen Erklärungen gehören eine Entzündung, eine Lebererkrankung, Übergewicht oder eine Krebserkrankung und nicht allein eine Eisenansammlung. In der Praxis ist dieser Bereich eher ein Signal für weitere Untersuchungen als eine Antwort für sich — meist wird er zusammen mit der Transferrinsättigung und den Leberwerten beurteilt.
Ferritin über 500 µg/l: Nach der WHO-Leitlinie von 2020 kann ein Ferritinwert über 500 µg/l bei einer erwachsenen Person, die bereits eine Erkrankung hat, auf eine Eisenüberladung oder eine andere Erkrankung hinweisen und erfordert eine weitere klinische und laborchemische Beurteilung. Die Leitlinie kennzeichnet diesen Grenzwert als bedingte Empfehlung auf der Grundlage von Evidenz mit sehr geringer Sicherheit, die Zahl ist also für sich allein keine endgültige Antwort. Zu den möglichen Ursachen, die die WHO und andere Quellen nennen, gehören die erbliche Hämochromatose, Lebererkrankungen, häufige Bluttransfusionen, eine chronische Entzündung und einige Krebserkrankungen — Ursachen so unterschiedlicher Natur, dass die WHO eine breitere Beurteilung empfiehlt, statt sich auf den Ferritinwert allein zu stützen. Die Leber ist das wichtigste Organ, in dem sich Eisen ansammelt; muss die Ursache geklärt werden, können deshalb nicht invasive Verfahren wie die Magnetresonanztomografie anstelle einer Leberbiopsie eingesetzt werden. Über weitere Untersuchungen entscheidet immer eine Ärztin oder ein Arzt nach Abwägung des gesamten klinischen Bildes.
Wie sich die Grenzwerte je Gruppe unterscheiden
Frauen und Männer: Die WHO-Leitlinie von 2020 wendet für Frauen und für Männer dieselbe Grenze für einen Eisenmangel an wie für andere Erwachsene — unter 15 µg/l ohne Entzündung und unter 70 µg/l bei einer Entzündung oder Infektion. Die Grenze für das Risiko einer Überladung liegt für menstruierende Frauen niedriger, bei über 150 µg/l, während sie für Frauen nach der Menopause bei über 200 µg/l liegt, wie für Männer. Beim Lesen eines Ergebnisses kommt es deshalb darauf an, ob noch Regelblutungen bestehen, welchen Referenzbereich das Labor verwendet und ob zum Zeitpunkt der Messung eine Entzündung vorlag.
Kinder: Die Leitlinie legt mehrere Grenzwerte nach Alter fest. Bei Kindern unter 5 Jahren liegt die Grenze für einen Eisenmangel ohne Entzündung unter 12 µg/l und bei einer Entzündung oder Infektion unter 30 µg/l. Für Kinder ab 5 Jahren und für Jugendliche entsprechen die Grenzwerte denen der Erwachsenen — unter 15 µg/l ohne Entzündung, unter 70 µg/l mit Entzündung. Für die Beurteilung des Ergebnisses ist es wichtig, das genaue Alter des Kindes zu kennen und zu wissen, ob damals Anzeichen einer Entzündung bestanden.
Schwangerschaft: Die Leitlinie nennt nur für das erste Trimester einen Grenzwert — unter 15 µg/l, genauso wie für nicht schwangere Erwachsene. Für das zweite und dritte Trimester werden keine eigenen Zahlenwerte angegeben. Das Plasmavolumen verändert sich in der Schwangerschaft physiologisch, und das kann die Ferritinkonzentration unabhängig von den tatsächlichen Eisenspeichern des Körpers beeinflussen; beim Lesen des Ergebnisses sind daher sowohl das Trimester als auch der vom Labor verwendete Messbereich von Bedeutung.
Was üblicherweise als Nächstes geprüft wird
Bei einem niedrigen Ferritinwert werden üblicherweise folgende Punkte beurteilt:
- Ob zum Zeitpunkt der Messung Anzeichen einer Infektion oder Entzündung bestanden
- Ein vollständiges Blutbild und die Eisenparameter (Serumeisen, Transferrinsättigung, TIBC) — um zu klären, ob bereits eine Anämie vorliegt
- Eine mögliche Blutungsquelle — besonders bei Männern und bei Frauen nach der Menopause
- Die Ernährung und Erkrankungen, die die Eisenaufnahme beeinträchtigen (zum Beispiel eine Zöliakie)
- Wann die Messung wiederholt wird, um die Veränderung des Werts zu sehen
Bei einem hohen Ferritinwert stellen sich andere Fragen:
- Ob zum Zeitpunkt der Messung eine Infektion oder Entzündung vorlag — am besten zusammen mit dem CRP zu beurteilen
- Leberwerte (ALT, AST, GGT) und die Transferrinsättigung — sie helfen, eine Entzündung von einer Eisenüberladung zu trennen
- Die Familiengeschichte: ob in der Familie eine Hämochromatose vorkam
- Wann die Messung wiederholt wird, damit die Veränderung im Verlauf sichtbar wird
In Litauen
Als Selbstzahler kostet eine Ferritinbestimmung in litauischen Laboren, zum Beispiel bei Medicina practica, ab 16 € (Preisstand September 2026). Eine Hausärztin oder ein Hausarzt kann sie bei entsprechender Indikation auch kostenfrei veranlassen. Ferritin wird üblicherweise zusammen mit einem vollständigen Blutbild beurteilt, in dem auch das Hämoglobin enthalten ist, und gehört zu den Untersuchungen, die bei Verdacht auf eine Eisenmangelanämie durchgeführt werden.
Die gesamte Website auf Litauisch: proactiva.app
Häufige Fragen
›Welcher Ferritinwert ist normal?
Nach der WHO-Leitlinie von 2020 zeigt ein Ferritinwert unter 15 µg/l bei Erwachsenen und bei Kindern ab 5 Jahren einen Eisenmangel an (unter 12 µg/l bei Kindern unter 5 Jahren); bei einer Entzündung steigt die Grenze auf 70 µg/l. Auf ein Risiko für eine Überladung wird oberhalb von 150 µg/l bei menstruierenden Frauen und oberhalb von 200 µg/l bei Männern und nicht menstruierenden Frauen hingewiesen. Prüfen Sie den genauen Bereich auf Ihrem eigenen Laborbefund, denn die Labore unterscheiden sich leicht.
›Sind Ferritin und Serumeisen dasselbe?
Nein. Das Serumeisen spiegelt das, was in diesem Moment im Blut zirkuliert, und schwankt im Tagesverlauf und mit den Mahlzeiten. Ferritin spiegelt die gespeicherten Reserven und ist deshalb ein stabilerer, verlässlicherer Marker des Eisenstatus. Beide werden häufig gemeinsam mit der Transferrinsättigung bestimmt.
›Warum ist mein Ferritinwert hoch, obwohl keine Eisenüberladung vorliegt?
Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein — es steigt bei einer Infektion, einer Entzündung, nach einer Operation sowie bei einer Lebererkrankung oder Übergewicht. Deshalb hebt die WHO die Mangelgrenze bei einer Entzündung auf 70 µg/l an und empfiehlt, Ferritin zusammen mit dem CRP zu beurteilen.
›Mein Ferritin ist niedrig, das Hämoglobin aber normal — was bedeutet das?
Die Eisenspeicher leeren sich, bevor das Hämoglobin zu fallen beginnt. Ein niedriges Ferritin bei normalem Hämoglobin spricht für einen Eisenmangel, noch ohne Anämie — das ist es wert, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen, bevor eine Anämie entsteht.
›Muss ich vor einer Ferritinbestimmung nüchtern sein?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, vorher 12 Stunden nichts zu essen und zu trinken; die Blutentnahme erfolgt meist morgens. Haben Sie zu diesem Zeitpunkt eine Infektion, kann das Ergebnis vorübergehend erhöht sein — erwähnen Sie das.
›Was kostet eine Ferritinbestimmung in Litauen?
Im Labor Medicina practica kostet eine Ferritinbestimmung ab 16 € (Preisstand September 2026). In anderen privaten Laboren in Litauen sind die Preise ähnlich; die Hausärztin oder der Hausarzt (in Litauen šeimos gydytojas) kann sie bei entsprechender Indikation auch kostenfrei veranlassen.
Quellen
Artikel
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.