Transferrin: Normalbereich und was das Ergebnis bedeutet
Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was Transferrin ist
Transferrin ist ein in der Leber gebildetes Protein, das Eisen im Blut bindet und es aus dem Darm und aus den Eisenspeichern des Körpers (Ferritin) zum Knochenmark transportiert, wo die roten Blutkörperchen entstehen. Weil freies Eisen im Blut giftig wäre, ist fast alles zirkulierende Eisen an Transferrin gebunden. In Laboren wird Transferrin häufig indirekt beurteilt – über die gesamte Eisenbindungskapazität (TIBC), die zeigt, wie viel Eisen Transferrin noch binden könnte; TIBC spiegelt die Transferrinmenge im Blut eng wider. Wenn die Eisenspeicher sinken, beginnt die Leber mehr Transferrin zu bilden, um das verfügbare Eisen wirksamer einzufangen – deshalb steigt Transferrin (und damit TIBC) meist an, wenn Eisen fehlt. Umgekehrt nimmt die Transferrinbildung bei einer Entzündung, einer chronischen Erkrankung, einer Leberschädigung oder einer Eisenüberladung ab. Bestimmt wird der Wert meist gemeinsam mit Eisen, Ferritin und der Transferrinsättigung, damit ein echter Eisenmangel von einer entzündlich bedingten Veränderung unterschieden werden kann.
Referenzbereich
| Gruppe | Bereich, mg/dl | Quelle |
|---|---|---|
| Erwachsene Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center | 215–380 | URMC abgerufen 2026-09-06 |
Laut der Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center liegt der Transferrinbereich bei Erwachsenen bei 215–380 mg/dl. Den genauen Bereich Ihres eigenen Labors finden Sie immer auf Ihrem Befund, denn die Methoden verschiedener Labore können sich leicht unterscheiden.
Wann der Wert bestimmt wird
- Wenn das Blutbild ein vermindertes Hämoglobin oder einen verminderten Hämatokrit zeigt – bei Verdacht auf eine Eisenmangelanämie
- Bei Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Atemnot oder Schwindel
- Wenn die Eisen- oder Ferritinwerte unklar sind und ein Eisenmangel von einer entzündlich bedingten Veränderung unterschieden werden muss
- Bei Verdacht auf eine Eisenüberladung (Hämochromatose) oder eine Lebererkrankung
- Zur Verlaufskontrolle einer Behandlung mit Eisenpräparaten oder in der Schwangerschaft, wenn der Eisenbedarf steigt
So bereiten Sie sich vor
- Vor der Untersuchung werden Sie möglicherweise gebeten, 8–12 Stunden nichts zu essen und zu trinken – das Blut wird meist morgens entnommen
- Manche Medikamente können das Ergebnis beeinflussen – nennen Sie vor der Untersuchung die Medikamente, die Sie einnehmen; über ein Absetzen sollte nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt entschieden werden
Ein erhöhtes Transferrin
Ein erhöhtes Transferrin zeigt meist, dass dem Körper Eisen fehlt – die Leber bildet mehr Transferrin, um das verfügbare Eisen wirksamer einzufangen. Laut der Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center ist ein erhöhter Wert typisch für eine Eisenmangelanämie.
Ursachen eines erhöhten Ergebnisses:
- Eisenmangelanämie – der Körper erhöht die Transferrinmenge, um mehr des vorhandenen Eisens einzufangen
- Die späte Schwangerschaft, wenn der Eisenbedarf steigt
- Orale hormonelle Verhütungsmittel oder andere östrogenhaltige Präparate können die Transferrinmenge erhöhen
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können:
- Ferritin und den Eisenwert im Blut – damit klar ist, ob die Eisenspeicher tatsächlich erschöpft sind
- Den Prozentsatz der Transferrinsättigung – er hilft, den Eisenstatus genauer einzuschätzen
- Das Blutbild – ob bereits Zeichen einer Anämie vorliegen
- Eine mögliche Quelle eines Blutverlusts, besonders bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren
Ein erniedrigtes Transferrin
Ein erniedrigtes Transferrin hängt am häufigsten mit einer Entzündung, einer Lebererkrankung, einer unzureichenden Ernährung oder einer Eisenüberladung zusammen. Laut der Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center ist ein niedrigerer Wert als üblich typisch für eine Lebererkrankung und für eine hämolytische Anämie.
Ursachen eines erniedrigten Ergebnisses:
- Entzündung oder eine chronische Erkrankung – Transferrin ist ein negatives Akute-Phase-Protein, seine Bildung nimmt dann ab
- Lebererkrankungen, einschließlich Leberzirrhose – die Bildung von Proteinen, darunter Transferrin, ist gestört
- Zu wenig Eiweiß in der Ernährung oder Eiweißverlust (zum Beispiel über die Nieren)
- Eisenüberladung des Körpers (Hämochromatose)
- Manche Formen der Anämie – hämolytische oder pernizöse Anämie, Sichelzellanämie
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können:
Mit welchen Untersuchungen der Wert beurteilt wird
Transferrin wird meist gemeinsam mit dem Eisenwert im Blut, dem Ferritin und dem Prozentsatz der Transferrinsättigung beurteilt – zusammen erlauben diese Werte, einen echten Eisenmangel von einer Veränderung durch eine Entzündung oder eine chronische Erkrankung zu unterscheiden.
Weiterlesen
- Eisen im Blut – der Eisenwert im Blut, der gemeinsam mit Transferrin beurteilt wird
- Ferritin – die Eisenspeicher des Körpers, von denen Transferrin das Eisen weitertransportiert
- TIBC – die indirekte Messung, die die Transferrinmenge eng widerspiegelt
- Transferrinsättigung – der Prozentsatz, der den Eisenstatus genauer einschätzen hilft
- Hämoglobin – ein verminderter Wert im Blutbild ist einer der Gründe, Transferrin zu bestimmen
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Häufige Fragen
›Wie hoch ist der normale Transferrinbereich?
Laut der Gesundheitsenzyklopädie des University of Rochester Medical Center liegt der Transferrinbereich bei Erwachsenen bei 215–380 mg/dl. Den genauen Bereich Ihres eigenen Labors finden Sie immer auf Ihrem Befund, denn die Methoden verschiedener Labore können sich leicht unterscheiden.
›Wie unterscheidet sich Transferrin von TIBC?
Transferrin ist das Protein selbst, während TIBC (die gesamte Eisenbindungskapazität) eine indirekte Messung ist, die zeigt, wie viel Eisen Transferrin noch binden könnte. Weil fast die gesamte Eisenbindungskapazität des Blutes auf Transferrin zurückgeht, spiegelt TIBC dessen Menge eng wider, und Labore verwenden es häufig, anstatt Transferrin direkt zu messen.
›Warum steigt Transferrin, wenn Eisen fehlt?
Wenn die Eisenspeicher des Körpers sinken, bildet die Leber mehr Transferrin, um das verfügbare Eisen aus der Nahrung und aus den Speichern wirksamer einzufangen. Deshalb gilt ein erhöhtes Transferrin (oder TIBC) zusammen mit einem niedrigen Ferritin und einem niedrigen Eisenwert als Zeichen einer Eisenmangelanämie.
›Warum kann Transferrin erniedrigt sein?
Ein erniedrigtes Transferrin hängt am häufigsten mit einer Entzündung oder einer chronischen Erkrankung zusammen (Transferrin ist ein negatives Akute-Phase-Protein), außerdem mit einer Lebererkrankung, einer eiweißarmen Ernährung oder einer Eisenüberladung des Körpers. Ferritin und Transferrinsättigung helfen, die genaue Ursache zu klären.
›Muss ich vor der Transferrinbestimmung nüchtern sein?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, 8–12 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen und zu trinken; das Blut wird meist morgens entnommen. Nennen Sie die Medikamente, die Sie einnehmen, denn einige davon können das Ergebnis beeinflussen.
›Wann wird Transferrin gemeinsam mit anderen Untersuchungen bestimmt?
Transferrin wird meist gemeinsam mit dem Eisenwert im Blut, dem Ferritin und dem Prozentsatz der Transferrinsättigung beurteilt – zusammen erlauben diese Werte, einen echten Eisenmangel von einer Veränderung durch eine Entzündung oder eine chronische Erkrankung zu unterscheiden.
Quellen
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.