BSG: Normalwerte und was das Ergebnis bedeutet (ENG)
Andere Bezeichnungen: ESR
Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was die BSG ist
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit misst, wie schnell die roten Blutkörperchen in einem senkrecht stehenden Röhrchen innerhalb einer Stunde absinken. Wenn Entzündungseiweiße – Fibrinogen und Immunglobuline – im Blut zunehmen, verklumpen die roten Blutkörperchen und sinken schneller, sodass die BSG steigt. Sie gehört zu den ältesten Entzündungswerten; sie ist unspezifisch (sie zeigt die Ursache nicht) und verändert sich langsamer als das CRP: Die BSG steigt über mehrere Tage und normalisiert sich über Wochen, während das CRP innerhalb von Stunden reagiert. Deshalb eignet sich das CRP für eine akute Infektion und die BSG für die Verlaufskontrolle chronisch entzündlicher und autoimmuner Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Polymyalgie, Lupus). Die Referenzgrenzen der BSG hängen von Geschlecht und Alter ab, und der Wert kann auch durch eine Schwangerschaft oder eine Blutarmut erhöht sein; deshalb wird er im Licht der Alters- und Geschlechtsgruppe und des großen Blutbilds beurteilt.
Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich, mm/h | Quelle | |
|---|---|---|---|
| Männer unter 50 Jahren Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | unter 15 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
| Männer über 50 Jahren Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | unter 20 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
| Frauen unter 50 Jahren Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | unter 20 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
| Frauen über 50 Jahren Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | unter 30 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
| Neugeborene Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | 0–2 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
| Kinder bis zur Pubertät Medizinische Enzyklopädie MedlinePlus: BSG | 3–13 | MedlinePlus Geprüft 2025-07-01 | |
Die medizinische Enzyklopädie MedlinePlus gibt den BSG-Bereich getrennt nach Geschlecht und Alter an. Bei Frauen unter 50 Jahren liegt der Normalwert unter 20 mm/h, nach dem 50. Lebensjahr unter 30 mm/h. Bei Männern derselben Altersgruppen ist die Grenze niedriger – unter 15 beziehungsweise unter 20 mm/h. Für Kinder bis zur Pubertät gilt das Intervall 3–13 mm/h, für Neugeborene 0–2 mm/h. Beim Lesen eines Befunds kommt es darauf an, ihn mit dem Intervall der eigenen Alters- und Geschlechtsgruppe zu vergleichen und nicht mit einer allgemeinen Norm, denn das Intervall wird mit dem Alter bei beiden Geschlechtern weiter, und seine Grenzen können sich je nach Messmethode des jeweiligen Labors leicht unterscheiden. Schwedische Labore verwenden ähnliche Grenzen: Unilabs nennt für Frauen ab 50 Jahren unter 30 mm, das Karolinska-Universitätskrankenhaus wendet die Grenze von unter 30 mm bei Frauen ab 60 Jahren an (jüngere Frauen: unter 20 mm). Für ältere Frauen, etwa 80-Jährige, nennt keines dieser Labore eine eigene, höhere Grenze.
Für Kinder nennt MedlinePlus zwei getrennte Intervalle nach Alter: 0–2 mm/h für Neugeborene und 3–13 mm/h für Kinder bis zur Pubertät. Das liegt deutlich unter den Grenzen für Erwachsene – unter 15 mm/h bei Männern unter 50 Jahren und unter 20 mm/h danach sowie unter 20 mm/h bei Frauen unter 50 Jahren und unter 30 mm/h danach. Der Wert eines Kindes sollte am Intervall für Kinder gelesen werden und nicht an der Norm für Erwachsene; dabei gilt, dass sich die Grenzen nach der Pubertät allmählich den Werten Erwachsener annähern, sodass eine Ärztin oder ein Arzt in der Jugend den Wert an beiden Intervallen beurteilen kann.
Wann die BSG bestimmt wird
- Bei Fieber unklarer Ursache, Gelenk- oder Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen
- Bei Verdacht auf eine Autoimmun- oder entzündliche Erkrankung – rheumatoide Arthritis, Polymyalgie, Lupus
- Bei Verdacht auf eine Infektion der Knochen oder der Herzklappen oder auf Tuberkulose
- Zur Kontrolle des Behandlungserfolgs bei entzündlichen Erkrankungen
- Zusammen mit dem CRP – beide ergänzen einander
So bereiten Sie sich vor
- Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig
- Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Bescheid, wenn Sie schwanger sind oder Medikamente einnehmen – sie verändern den Wert
Erhöhte BSG
Eine erhöhte BSG weist auf eine Entzündung hin, nicht aber auf deren Ursache. Die häufigsten Ursachen sind Infektionen (auch der Knochen und der Herzklappen sowie Tuberkulose), Autoimmunerkrankungen (rheumatoide Arthritis, Polymyalgie, Lupus), Blutarmut, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, eine Schwangerschaft sowie einige Bluterkrankungen (Lymphom, Myelom). Eine sehr hohe BSG erfordert eine gründlichere Abklärung.
- Infektionen – der Knochen, der Herzklappen, Tuberkulose, systemische Infektionen
- Autoimmunerkrankungen – Lupus, Polymyalgie, rheumatoide Arthritis
- Blutarmut
- Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Schwangerschaft
- Bluterkrankungen – Lymphom, Myelom
Was bei einer erhöhten BSG üblicherweise zusätzlich betrachtet wird:
- CRP – gemeinsam zeigen beide, ob die Entzündung akut oder chronisch ist
- Ein großes Blutbild – eine Blutarmut selbst erhöht die BSG
- Die Beschwerden – Gelenke, Fieber, Gewichtsverlust – die zeigen, wo zu suchen ist
- Eiweißfraktionen und weitere Untersuchungen, wenn die BSG ohne klare Ursache sehr hoch ist
Niedrige BSG
Eine niedrige BSG ist in der Regel normal. Sehr niedrige Werte kommen bei Herzschwäche, bei einer Verdickung des Blutes, bei niedrigem Fibrinogen oder niedrigen Plasmaeiweißen, bei Polyzythämie, bei Sichelzellanämie und bei Leukämie vor – das sind seltene Situationen, die ärztlich beurteilt werden.
- Ein normaler Zustand
- Herzschwäche mit Stauung
- Verdickung des Blutes (Hyperviskosität)
- Ein niedriger Spiegel von Fibrinogen oder Plasmaeiweißen
- Polyzythämie
- Sichelzellanämie
- Leukämie
Was als Nächstes zu tun ist: meist nichts – bestehen keine Beschwerden, ist eine niedrige BSG kein Grund zur Sorge.
BSG und CRP
Beide Untersuchungen zeigen eine Entzündung, doch das CRP reagiert innerhalb von Stunden und fällt schnell wieder ab, während die BSG über Tage steigt und sich über Wochen normalisiert. Das CRP eignet sich daher für eine akute Infektion, die BSG für die Verlaufskontrolle chronisch entzündlicher und autoimmuner Erkrankungen. Beide werden häufig zusammen bestimmt, weil sie einander ergänzen.
Verwandte Seiten
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Häufige Fragen
›Wie hoch ist eine normale BSG?
Laut der medizinischen Enzyklopädie MedlinePlus: bei Männern unter 50 Jahren unter 15 mm/h und bei älteren Männern unter 20; bei Frauen unter 50 Jahren unter 20 mm/h und bei älteren Frauen unter 30. Für Kinder bis zur Pubertät gilt 3–13 mm/h. Die Intervalle der Labore können sich leicht unterscheiden: Das Karolinska-Universitätskrankenhaus in Schweden nennt zum Beispiel für Frauen unter 60 Jahren unter 20 mm und ab 60 Jahren unter 30 mm.
›BSG 40 – was bedeutet das?
40 mm/h liegt über dem Normalbereich aller Gruppen Erwachsener und weist auf eine Entzündung hin, nicht aber auf deren Ursache. Am häufigsten sind eine Infektion, eine Autoimmunerkrankung und eine Blutarmut; bei Frauen über 50 Jahren und in der Schwangerschaft ist die BSG natürlicherweise höher. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt den Wert zusammen mit dem CRP, einem großen Blutbild und Ihren Beschwerden.
›Worin unterscheidet sich die BSG vom CRP?
Beide zeigen eine Entzündung, doch das CRP reagiert innerhalb von Stunden und fällt schnell wieder ab, während die BSG über Tage steigt und sich über Wochen normalisiert. Das CRP eignet sich für eine akute Infektion, die BSG für die Verlaufskontrolle chronisch entzündlicher und autoimmuner Erkrankungen. Beide werden häufig zusammen bestimmt.
›Kann die BSG auch ohne Erkrankung erhöht sein?
Ja. Die BSG kann durch eine Schwangerschaft oder eine Blutarmut steigen, nicht nur durch eine Erkrankung, und der Normalbereich unterscheidet sich zudem nach Alter und Geschlecht. Ein leichter Anstieg ohne Beschwerden ist daher nicht immer bedeutsam – das beurteilt eine Ärztin oder ein Arzt.
›Muss ich vor einer BSG-Bestimmung nüchtern sein?
Nein, eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Die BSG wird häufig zusammen mit einem großen Blutbild aus derselben Probe bestimmt.
Quellen
Verwandte Blutwerte
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Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.