Eiweißelektrophorese: Untersuchung der Proteinfraktionen
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was die Untersuchung der Proteinfraktionen ist
Die Untersuchung der Proteinfraktionen (Eiweißelektrophorese) trennt die im Blutserum vorhandenen Proteine nach ihrer elektrischen Ladung auf – sie bilden zwei Hauptgruppen: Albumin und Globuline. Albumin ist das häufigste Protein im Blut; es hält den Flüssigkeitshaushalt in den Blutgefäßen aufrecht und transportiert verschiedene Stoffe. Bei der Elektrophorese trennen sich die Globuline in vier Fraktionen auf – alpha-1-, alpha-2-, beta- und gamma-Globuline – von denen jede andere Proteine enthält: von den bei Entzündungen gebildeten Akute-Phase-Proteinen bis zu den Antikörpern (Immunglobulinen), die den größten Teil der gamma-Fraktion ausmachen. Weil verschiedene Erkrankungen jeweils auf ihre eigene charakteristische Weise unterschiedliche Fraktionen verändern, hilft die Form der Elektrophoresekurve dabei, Lebererkrankungen, chronische Entzündungen, Eiweißverlust über die Nieren und Erkrankungen der Plasmazellen zu unterscheiden (zum Beispiel das Myelom, bei dem in der gamma-Zone ein einzelner scharfer Gipfel erscheint). Angefordert wird die Untersuchung meist zusammen mit dem Gesamtprotein und dem Albumin, wenn deren Werte unklar bleiben.
Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich, g/l | Quelle | |
|---|---|---|---|
| Erwachsene – Gesamtprotein umgerechnet 6,5–8,1 g/dl | 65–81 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
| Erwachsene – Albumin umgerechnet 3,6–4,8 g/dl | 36–48 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
| Erwachsene – alpha-1-Globulin umgerechnet 0,2–0,4 g/dl | 2–4 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
| Erwachsene – alpha-2-Globulin umgerechnet 0,6–0,9 g/dl | 6–9 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
| Erwachsene – beta-Globulin umgerechnet 0,6–1,1 g/dl | 6–11 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
| Erwachsene – gamma-Globulin umgerechnet 0,8–1,8 g/dl | 8–18 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-29 | |
Diese Bereiche stammen von MedlinePlus und gelten für Erwachsene. Der genaue Bereich Ihres eigenen Labors steht auf Ihrem Befund, denn die Methoden können sich unterscheiden.
Wann die Untersuchung gemacht wird
- Wenn Gesamtprotein oder Albumin im Blut außerhalb des Referenzbereichs liegen und der Grund unklar ist
- Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung (zum Beispiel Zirrhose) oder eine Nierenerkrankung mit Eiweißverlust im Urin
- Bei Schwellungen der Beine, Knöchel oder des Bauches, Müdigkeit, unerklärlichem Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Gelbsucht oder Blut im Urin
- Bei Verdacht auf eine chronisch entzündliche oder autoimmune Erkrankung (rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes)
- Bei Verdacht auf eine Plasmazellerkrankung wie das Myelom, wenn in der gamma-Globulin-Zone ein ungewöhnlicher Gipfel zu sehen ist
- Bei einer chronischen Infektion wie einer Virushepatitis oder HIV
So bereiten Sie sich vor
- Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, 12 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen und zu trinken
- Nennen Sie unbedingt alle Medikamente, die Sie einnehmen – manche können das Ergebnis beeinflussen; setzen Sie ein Medikament nicht eigenmächtig ab
Ein erhöhtes Ergebnis
Ein erhöhtes Gesamtprotein oder einzelne erhöhte Globulinfraktionen hängen am häufigsten mit einer chronischen Infektion (Virushepatitis, HIV), einer entzündlichen oder autoimmunen Erkrankung oder einer Plasmazellerkrankung wie dem Myelom zusammen. Im letzten Fall zeigt sich in der gamma-Zone der Elektrophoresekurve ein scharfer, schmaler Gipfel. Die Ursache lässt sich leichter unterscheiden, wenn begleitend Leberwerte und Immunglobuline beurteilt werden.
- Chronische Infektion – Virushepatitis, HIV
- Plasmazellerkrankung (Myelom) – ein einzelner scharfer Gipfel in der gamma-Globulin-Zone
- Chronisch entzündliche oder autoimmune Erkrankung – rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes
- Genetisch bedingte Veränderungen oder eine Leukämie – können das Verhältnis von Albumin zu Globulin (A/G) erhöhen
Was eine Ärztin oder ein Arzt üblicherweise als Nächstes ansieht:
- Leberwerte und Immunglobuline (IgG, IgA, IgM) – sie helfen genauer festzulegen, welche Fraktion sich verändert hat und warum
- Eine Immunfixation, wenn eine monoklonale Gammopathie oder ein Myelom vermutet wird
- Entzündungswerte (CRP, BSG), wenn eine Autoimmunerkrankung vermutet wird
- Wann die Untersuchung wiederholt wird, um die Veränderung im Verlauf zu beurteilen
Ein niedriges Ergebnis
Ein niedriges Gesamtprotein oder Albumin weist am häufigsten auf eine Lebererkrankung, eine Nierenerkrankung mit Eiweißverlust im Urin, eine unzureichende Ernährung oder auf Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hin, die die Eiweißaufnahme behindern. Bemerkbar machen kann sich das durch Schwellungen der Beine, Knöchel oder des Bauches, Müdigkeit, unerklärlichen Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbsucht oder Blut im Urin.
- Lebererkrankung, einschließlich Zirrhose
- Nierenerkrankung, bei der Eiweiß im Urin verloren geht
- Unzureichende Ernährung (zu wenig Eiweiß)
- Malabsorptionssyndrome – Zöliakie, Morbus Crohn
- Autoimmunerkrankung (zum Beispiel systemischer Lupus erythematodes) – kann das A/G-Verhältnis senken
Beschwerden, die mit einem niedrigen Ergebnis einhergehen können
- Schwellungen der Beine, Knöchel, Unterschenkel und/oder des Bauches
- Müdigkeit
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen
- Gelbsucht
- Blut im Urin
Was eine Ärztin oder ein Arzt üblicherweise als Nächstes ansieht:
- Leberwerte (ALT, AST, Bilirubin) – wenn eine Lebererkrankung vermutet wird
- Nierenwerte und Eiweiß im Urin – wenn ein Eiweißverlust über den Urin vermutet wird
- Eine Einschätzung der Ernährung und Untersuchungen des Magen-Darm-Trakts, wenn eine Malabsorption vermutet wird
- Wann die Untersuchung wiederholt wird, um die Veränderung im Verlauf zu beurteilen
Wie sich die Untersuchung von Gesamtprotein und Albumin unterscheidet
Gesamtprotein und Albumin zeigen nur die Gesamtmenge, während die Proteinfraktionen (Elektrophorese) erkennen lassen, wie sich dieses Eiweiß auf Albumin und die einzelnen Globulingruppen verteilt. So lässt sich genauer unterscheiden, ob die Veränderung durch eine Entzündung, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Plasmazellerkrankung getrieben wird.
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Häufige Fragen
›Was ist die Untersuchung der Proteinfraktionen?
Es ist eine Eiweißelektrophorese, die die Proteine des Blutserums in Albumin und vier Globulinfraktionen auftrennt – alpha-1, alpha-2, beta und gamma. Laut MedlinePlus hilft sie, einen Verdacht auf Erkrankungen der Leber, der Nieren, auf Entzündungen oder Plasmazellerkrankungen zu begründen, wenn Gesamtprotein oder Albumin aus unklaren Gründen außerhalb des Referenzbereichs liegen.
›Wie hoch sind die normalen Werte der Proteinfraktionen?
Laut MedlinePlus liegt bei Erwachsenen das Gesamtprotein bei 65–81 g/l, Albumin bei 36–48 g/l, alpha-1-Globulin bei 2–4 g/l, alpha-2-Globulin bei 6–9 g/l, beta-Globulin bei 6–11 g/l und gamma-Globulin bei 8–18 g/l. Der genaue Bereich Ihres eigenen Labors steht auf Ihrem Befund, denn die Methoden können sich unterscheiden.
›Was bedeutet ein erhöhtes gamma-Globulin?
Die gamma-Fraktion besteht überwiegend aus Immunglobulinen (Antikörpern), ein Anstieg kann daher auf eine chronische Infektion oder auf eine entzündliche oder autoimmune Erkrankung hinweisen. Ein einzelner scharfer, schmaler Gipfel in der gamma-Zone begründet den Verdacht auf eine Plasmazellerkrankung wie das Myelom und macht zusätzlich eine Immunfixation erforderlich.
›Was bedeutet ein niedriges Albumin oder Gesamtprotein?
Laut MedlinePlus kann das auf eine Lebererkrankung, eine Nierenerkrankung mit Eiweißverlust im Urin, eine unzureichende Ernährung oder auf Malabsorptionssyndrome wie Zöliakie oder Morbus Crohn hinweisen. Leber- und Nierenwerte sowie die Eiweißmenge im Urin helfen, die Ursache zu unterscheiden – deshalb ist das ein Thema für das Arztgespräch.
›Muss ich vor der Untersuchung der Proteinfraktionen nüchtern sein?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, 12 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen und zu trinken. Wichtig ist außerdem, alle Medikamente zu nennen, die Sie einnehmen, denn manche können das Ergebnis beeinflussen – ein Medikament sollten Sie jedoch nicht eigenmächtig absetzen.
›Wie unterscheiden sich die Proteinfraktionen von Gesamtprotein und Albumin?
Gesamtprotein und Albumin zeigen nur die Gesamtmenge, während die Proteinfraktionen (Elektrophorese) erkennen lassen, wie sich das Eiweiß auf Albumin und die einzelnen Globulingruppen verteilt. So lässt sich genauer unterscheiden, ob die Veränderung durch eine Entzündung, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Plasmazellerkrankung getrieben wird.
Quellen
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.