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Ratgeber Blutwerte
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Elektrolyte und Mineralstoffe

Chlorid im Blut (Cl)

Erwachsene98–107 mmol/l

98–107 mEq/l oder mmol/l (der Zahlenwert ist derselbe)

Preis
ab 8 €
Medicina practica (2026-09-19)
Aktualisiert
2026-09-13
Jede Zahl mit Quelle

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Was Chlorid ist und welche Aufgabe es hat

Chlorid (Cl⁻) ist ein Elektrolyt – ein elektrisch geladenes Ion, das im Blutplasma und in den Körperflüssigkeiten gelöst ist. Zusammen mit Natrium- und Kalium-Ionen hilft Chlorid, die richtige Flüssigkeitsmenge in den Zellen und in ihrer Umgebung zu halten, und ist außerdem an der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts des Blutes beteiligt. Der größte Teil des Chlorids im Körper stammt aus dem Kochsalz (Natriumchlorid). Die Chloridmenge im Blut verändert sich meist gemeinsam mit der Natriummenge, deshalb wird der Wert überwiegend im Rahmen eines Elektrolytstatus oder eines klinisch-chemischen (Stoffwechsel-)Blutprofils bestimmt und nicht für sich allein. Abweichungen vom Normalbereich können auf einen Flüssigkeitsverlust, eine Nieren- oder Lungenerkrankung, hormonelle Störungen oder eine Störung des Säure-Basen-Haushalts hinweisen; der Wert sollte deshalb immer zusammen mit den übrigen Elektrolyten und dem gesamten klinischen Bild beurteilt werden.

Referenzbereich

GruppeBereich, mmol/lQuelle
Erwachsene 98–107 mEq/l oder mmol/l (der Zahlenwert ist derselbe)98–107MedlinePlus Geprüft 2025-05-19

MedlinePlus gibt diesen Wert für Erwachsene an. Die Intervalle der Labore weichen leicht voneinander ab — das norwegische Labor Fürst nennt zum Beispiel 97–108 mmol/l, das Labor von Helse Møre og Romsdal 95–105 mmol/l — deshalb kommt es auf den Bereich an, der auf Ihrem eigenen Befund steht – siehe auch Blutwerte lesen.

Wann Chlorid bestimmt wird

  • Bei einer allgemeinen Routineuntersuchung – meist im Rahmen eines Elektrolytstatus oder eines klinisch-chemischen (Stoffwechsel-)Blutprofils
  • Bei Verdacht auf eine Störung des Flüssigkeits- oder Säure-Basen-Haushalts
  • Bei Erbrechen oder Durchfall über längere Zeit
  • Bei Müdigkeit, Schwäche, Flüssigkeitsmangel oder Atemproblemen
  • Zur Verlaufskontrolle einer Nieren-, Herz- oder Lungenerkrankung oder der Wirkung ihrer Behandlung

So bereiten Sie sich vor

  • Einige Medikamente können den Wert beeinflussen – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bitten, sie eine Zeit lang vor der Blutabnahme nicht einzunehmen; setzen Sie Medikamente nicht ab und ändern Sie sie nicht, ohne vorher ärztlich Rücksprache zu halten
  • In manchen Fällen werden Sie gebeten, einige Stunden vor der Blutabnahme nichts zu essen und zu trinken

Erhöhter Wert (Hyperchlorämie)

Ein erhöhter Chloridwert (Hyperchlorämie) kann mit einer Nierenerkrankung oder mit Durchfall zusammenhängen und auch auf eine metabolische Azidose hinweisen – einen Zustand, bei dem zu viel Säure im Blut ist. Weitere Ursachen sind die Addison-Krankheit, eine Vergiftung mit Ethylenglykol oder Methanol und bestimmte Medikamente. Die MedlinePlus-Seite zu Laboruntersuchungen nennt zusätzlich Flüssigkeitsmangel als mögliche Ursache. Die übrigen Elektrolyte und eine Blutgasanalyse helfen, die Ursache zu klären. Genannt werden folgende Ursachen:

  • Nierenerkrankung
  • Durchfall
  • Metabolische Azidose, auch Laktatazidose und renal-tubuläre Azidose
  • Addison-Krankheit (Nebenniereninsuffizienz)
  • Vergiftung mit Ethylenglykol oder Methanol
  • Medikamente aus der Gruppe der Carboanhydrase-Hemmer
  • Toxische Wirkung von Salicylaten (Gruppe der Acetylsalicylsäure)
  • Kompensierte respiratorische Alkalose
  • Flüssigkeitsmangel
  • Hypertone Dehydratation (zum Beispiel bei Diabetes insipidus) und akutes Nierenversagen — genannt vom norwegischen Labor Fürst

Was bei einem erhöhten Wert üblicherweise mitbeurteilt wird:

  • Die übrigen Elektrolyte (Natrium, Kalium, Bikarbonat) und eine Blutgasanalyse – sie helfen, den Säure-Basen-Status zu beurteilen
  • Flüssigkeitsbilanz und Hydratationszustand
  • Werte der Nierenfunktion (Kreatinin, Harnstoff)
  • Ob Medikamente eingenommen werden, die den Wert beeinflussen könnten

Niedriger Wert (Hypochlorämie)

Ein niedriger Chloridwert (Hypochlorämie) kann mit Erbrechen oder starkem Schwitzen zusammenhängen und auch auf eine Herzinsuffizienz oder eine metabolische Alkalose hinweisen. Die MedlinePlus-Seite zu Laboruntersuchungen nennt zusätzlich eine Lungenerkrankung und die Addison-Krankheit als mögliche Ursachen. Genannt werden folgende Ursachen:

  • Anhaltendes Erbrechen
  • Verbrennungen
  • Herzinsuffizienz
  • Cushing-Syndrom
  • Flüssigkeitsmangel
  • Starkes Schwitzen
  • Hyperaldosteronismus
  • Metabolische Alkalose
  • Kompensierte respiratorische Azidose
  • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)
  • Lungenerkrankung
  • Addison-Krankheit
  • Behandlung mit harntreibenden Medikamenten (Diuretika) und Pylorusstenose (Verengung des Magenausgangs) — genannt vom norwegischen Labor Fürst

Was bei einem niedrigen Wert üblicherweise mitbeurteilt wird:

  • Die übrigen Elektrolyte (Natrium, Kalium, Bikarbonat) und eine Blutgasanalyse
  • Die Ursache des Flüssigkeitsverlusts – Erbrechen, Schwitzen
  • Die Beurteilung der Herz-, Nieren- und Nebennierenfunktion
  • Ob harntreibende oder andere Medikamente eingenommen werden, die den Wert beeinflussen

Verwandte Untersuchungen

Chlorid wird selten für sich allein bestimmt – meist wird es zusammen mit Natrium, Kalium und Bikarbonat im Rahmen eines Elektrolytstatus oder eines klinisch-chemischen (Stoffwechsel-)Profils gemessen, denn gemeinsam bilden diese Werte den Flüssigkeits- und Säure-Basen-Status ab. Verwandte Seiten: Natrium, Kalium, Bikarbonat, Kalzium, Magnesium.

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Häufige Fragen

›Wie hoch ist der normale Chloridwert im Blut?

Laut MedlinePlus liegt der normale Chloridwert bei Erwachsenen bei 98–107 mmol/l (oder mEq/l – der Zahlenwert ist derselbe). Die Intervalle der Labore weichen leicht ab: Das norwegische Labor Fürst nennt zum Beispiel 97–108 mmol/l, das Labor von Helse Møre og Romsdal 95–105 mmol/l. Deshalb kommt es auf den Bereich an, der auf Ihrem eigenen Befund steht.

›Warum wird ein Chloridwert bestimmt?

Chlorid wird meist im Rahmen einer Routineuntersuchung oder eines Elektrolytstatus (klinisch-chemisches Blutprofil) bestimmt, außerdem bei Verdacht auf eine Störung des Flüssigkeits- oder Säure-Basen-Haushalts.

›Warum kann Chlorid erhöht sein?

Ein erhöhter Chloridwert kann mit einer Nierenerkrankung oder mit Durchfall zusammenhängen und auch auf eine metabolische Azidose hinweisen. Die übrigen Elektrolyte und eine Blutgasanalyse helfen, die genaue Ursache zu klären – besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

›Warum kann Chlorid niedrig sein?

Ein niedriger Chloridwert kann mit anhaltendem Erbrechen oder starkem Schwitzen zusammenhängen, außerdem mit einer Herzinsuffizienz oder einer metabolischen Alkalose. Die Ursache beurteilt eine Ärztin oder ein Arzt zusammen mit den übrigen Untersuchungen.

›Ist vor der Chloridbestimmung eine besondere Vorbereitung nötig?

In manchen Fällen kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie bitten, einige Stunden vor der Blutabnahme nichts zu essen und zu trinken oder bestimmte Medikamente eine Zeit lang nicht einzunehmen – das hängt davon ab, mit welchen anderen Werten das Chlorid bestimmt wird. Setzen Sie Medikamente nicht ab und ändern Sie sie nicht, ohne vorher ärztlich Rücksprache zu halten.

›Wird Chlorid für sich allein bestimmt?

Selten – Chlorid wird meist zusammen mit Natrium, Kalium und Bikarbonat im Rahmen eines Elektrolytstatus oder eines klinisch-chemischen (Stoffwechsel-)Profils bestimmt, denn gemeinsam bilden diese Werte den Flüssigkeits- und Säure-Basen-Status ab. Der Chloridwert wird außerdem zur Berechnung der Anionenlücke verwendet, die bei der Abklärung von Säure-Basen-Störungen dient (Analysenbeschreibung von Helse Møre og Romsdal).

Quellen

  1. MedlinePlus (US National Library of Medicine): Chlorid im Blut — 2026-09-06
  2. MedlinePlus (US National Library of Medicine): Chlorid im Blut — 2026-09-11
  3. Fürst medisinsk laboratorium (Norwegen): S-Klorid — 2026-09-29
  4. Helse Møre og Romsdal, Abteilung für medizinische Biochemie (Norwegen): Klorid (P/S-Klorid) — 2026-09-29

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Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.