Bikarbonat (CO2) im Blut (HCO₃⁻)
Angegeben als Gesamt-CO₂, das größtenteils aus Bikarbonat besteht
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was Bikarbonat ist und warum es als CO₂ gemessen wird
Bikarbonat ist einer der wichtigsten Puffer des Körpers – es hält den pH-Wert des Blutes stabil, indem es die Säuren neutralisiert, die täglich im Stoffwechsel entstehen. Im Labor wird die Bikarbonatmenge meist als Gesamt-CO₂ im Rahmen eines Elektrolytstatus bestimmt, denn der größte Teil des im Blut vorhandenen Kohlendioxids liegt als Bikarbonat-Ionen (HCO₃⁻) vor. Der Bikarbonatspiegel wird von zwei Systemen geregelt: von den Nieren, die Bikarbonat bilden und rückresorbieren, und von der Lunge, die Kohlendioxid über die Atmung abgibt. Deshalb hilft der Bikarbonatwert zu beurteilen, ob eine Störung des Säure-Basen-Haushalts eine respiratorische oder eine metabolische Ursache hat. Bestimmt wird er üblicherweise zusammen mit Kalium, Natrium und Chlorid, denn gemeinsam bilden diese Elektrolyte den gesamten Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalt ab.
Referenzbereich
| Gruppe | Bereich, mmol/l | Quelle |
|---|---|---|
| Erwachsene Angegeben als Gesamt-CO₂, das größtenteils aus Bikarbonat besteht | 23–29 | MedlinePlus Geprüft 2025-05-19 |
MedlinePlus gibt diesen Bereich für Erwachsene an. Das genaue Intervall Ihres Labors steht auf Ihrem eigenen Befund, denn es kann je nach Labormethode leicht abweichen – siehe auch Blutwerte lesen.
Wann Bikarbonat bestimmt wird
- Als Teil eines allgemeinen Elektrolytstatus (Kalium, Natrium, Chlorid und Bikarbonat) bei einer Routineuntersuchung
- Bei Atemnot oder bei häufigem Erbrechen oder Durchfall über längere Zeit
- Bei Verdacht auf eine Stoffwechselstörung, zum Beispiel eine Komplikation des Diabetes (Ketoazidose) oder eine Nierenerkrankung
- Zur Kontrolle einer bereits bekannten Nieren-, Lungen- oder Lebererkrankung oder zur Beurteilung der Wirkung von Medikamenten, die auf den Elektrolythaushalt wirken
- Bei Schwäche, Verwirrtheit oder ungewöhnlicher Müdigkeit, wenn eine Elektrolytstörung als Ursache vermutet wird
So bereiten Sie sich vor
- Eine besondere Vorbereitung ist meist nicht nötig – sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Medikamente Sie einnehmen, denn viele davon können den Wert beeinflussen
- Setzen Sie kein Medikament vor der Blutabnahme ohne ärztliche Anweisung ab
- Werden gleichzeitig andere Untersuchungen veranlasst, werden Sie unter Umständen gebeten, vor der Blutabnahme nichts zu essen – fragen Sie dazu in Ihrer Praxis nach
Erhöhter Wert – über 29 mmol/l
Laut MedlinePlus gilt der Bikarbonatwert (CO₂) im Blut als erhöht, wenn er über 29 mmol/l liegt. Die häufigste Ursache ist eine metabolische Alkalose, die durch anhaltendes Erbrechen, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte hormonelle Störungen entstehen kann. Beurteilt wird der Wert zusammen mit den übrigen Elektrolyten und dem klinischen Bild. Als Ursachen eines erhöhten Wertes werden genannt:
- Metabolische Alkalose – durch anhaltendes Erbrechen, Flüssigkeitsmangel oder starkes Schwitzen
- Cushing-Syndrom und Hyperaldosteronismus (Hormonstörungen der Nebennieren)
- Kompensierte respiratorische Azidose – wenn der Körper eine chronische Lungenerkrankung über lange Zeit auszugleichen versucht
- Herzinsuffizienz und Bartter-Syndrom
- SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion) und Verbrennungen
Was bei einem erhöhten Wert üblicherweise mitbeurteilt wird:
- Die übrigen Elektrolyte (Kalium, Natrium, Chlorid) – damit klar wird, ob es sich um eine einzelne Veränderung oder um eine umfassendere Störung handelt
- Werte der Nieren- und Lungenfunktion, wenn eine chronische Kompensation vermutet wird
- Eingenommene Medikamente, die den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen könnten – zu besprechen mit der Ärztin oder dem Arzt
- Wann der Test wiederholt werden sollte, damit die Veränderung im Verlauf sichtbar wird
Niedriger Wert – unter 23 mmol/l
Laut MedlinePlus gilt der Bikarbonatwert (CO₂) im Blut als niedrig, wenn er unter 23 mmol/l liegt. Die häufigste Ursache ist eine metabolische Azidose, die durch eine Nierenerkrankung, eine Ketoazidose oder anhaltenden Durchfall entstehen kann. Sie kann sich durch Atemnot, Schwäche oder Verwirrtheit bemerkbar machen. Als Ursachen eines niedrigen Wertes werden genannt:
- Metabolische Azidose – durch eine Nierenerkrankung, eine Ketoazidose (zum Beispiel bei Diabetes) oder eine Laktatazidose
- Anhaltender Durchfall – Bikarbonat geht über den Verdauungstrakt verloren
- Addison-Krankheit (Nebenniereninsuffizienz) und renal-tubuläre Azidose
- Kompensierte respiratorische Alkalose, Vergiftung mit Ethylenglykol, Methanol oder Salicylaten
- Einige Medikamente, die die Aktivität der Carboanhydrase vermindern
Beschwerden, die auftreten können:
- Atemnot
- Verwirrtheit
- Schwäche oder Müdigkeit
- Anhaltendes Erbrechen und/oder Durchfall
Was bei einem niedrigen Wert üblicherweise mitbeurteilt wird:
- Eine Blutgasanalyse und die übrigen Elektrolyte – um den Säure-Basen-Haushalt im größeren Zusammenhang zu beurteilen
- Werte der Nierenfunktion (Kreatinin), wenn eine renale Ursache vermutet wird
- Glukose und Ketonkörper, wenn eine Ketoazidose vermutet wird
- Wann der Test wiederholt werden sollte, um die Veränderung zu beurteilen
Verwandte Untersuchungen
Bikarbonat wird meist zusammen mit Kalium, Natrium und Chlorid als allgemeiner Elektrolytstatus bestimmt. Bei Verdacht auf eine bestimmte Ursache kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich Kreatinin oder eine Blutgasanalyse veranlassen. Verwandte Seiten: Kalium, Natrium, Chlorid, Kreatinin, Kalzium.
Die gesamte Website auf Litauisch: proactiva.app
Häufige Fragen
›Wie hoch ist der normale Bikarbonatwert (CO2) im Blut?
Laut MedlinePlus liegt das Gesamt-CO₂ im Blut bei Erwachsenen – das größtenteils aus Bikarbonat besteht – normalerweise bei 23–29 mmol/l. Das genaue Intervall Ihres Labors finden Sie auf Ihrem eigenen Befund, denn es kann je nach Labormethode leicht abweichen.
›Sind Bikarbonat und CO2 im Blut derselbe Test?
In der Praxis ja – der Labortest „Gesamt-CO2“ erfasst im Wesentlichen die Menge an Bikarbonat (HCO₃⁻), weil dieses den größten Teil des im Blut vorhandenen Kohlendioxids ausmacht. Deshalb wird der Wert auf dem Befund oft einfach als CO₂ bezeichnet.
›Warum veranlasst eine Ärztin oder ein Arzt einen Bikarbonatwert (Elektrolytstatus)?
Dieser Test hilft, den Säure-Basen-Haushalt und den Elektrolytstatus zu beurteilen, die von der Nieren- und der Lungenfunktion abhängen. Er wird oft bei einer Routineuntersuchung veranlasst oder wenn eine Störung der Nieren, der Lunge oder des Stoffwechsels vermutet wird.
›Welche Beschwerden können bei gestörtem Bikarbonat auftreten?
Laut MedlinePlus kann ein gestörter Elektrolythaushalt Atemnot, Verwirrtheit, Schwäche und Müdigkeit sowie anhaltendes Erbrechen oder Durchfall verursachen. Diese Beschwerden sind nicht allein für das Bikarbonat typisch, der Wert sollte daher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
›Ist vor der Bikarbonatbestimmung eine besondere Vorbereitung nötig?
Meist ist keine besondere Vorbereitung nötig, wichtig ist aber, alle Medikamente zu nennen, die Sie einnehmen, denn viele davon können den Wert beeinflussen. Werden gleichzeitig andere Untersuchungen durchgeführt, müssen Sie vor der Blutabnahme möglicherweise nüchtern bleiben.
›Mit welchen anderen Werten wird Bikarbonat beurteilt?
Bikarbonat wird meist zusammen mit Kalium, Natrium und Chlorid als allgemeiner Elektrolytstatus bestimmt. Bei Verdacht auf eine bestimmte Ursache kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich Kreatinin oder eine Blutgasanalyse veranlassen.
Quellen
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.