PDW-Blutwert: Bedeutung und was das Ergebnis zeigt
Was PDW ist und warum er gemessen wird
PDW ist eine der Thrombozytenkennzahlen, die das Analysegerät automatisch aus derselben Probe berechnet, aus der im Blutbild auch die Thrombozytenzahl (PLT) und das mittlere Thrombozytenvolumen (MPV) bestimmt werden. Das Gerät erstellt eine Kurve der Blutplättchengröße (des Volumens) — ein Histogramm: MPV zeigt den Mittelwert dieser Kurve, PDW dagegen, wie breit die Kurve selbst ist, also wie stark sich die Größen der Blutplättchen voneinander unterscheiden. Sind alle Blutplättchen ähnlich groß, ist die Kurve schmal und der PDW niedrig.
Enthält das Blut neben Blutplättchen üblicher Größe auch auffällig große oder kleine — zum Beispiel wenn das Knochenmark eilig neue, größere Blutplättchen bildet, weil Blutplättchen im Körper schneller abgebaut werden —, wird die Kurve breiter und der PDW steigt. Deshalb wird der PDW selten für sich allein beurteilt: Er wird zusammen mit PLT und MPV gedeutet, denn diese Kombination hilft zu unterscheiden, ob eine Veränderung der Thrombozytenzahl von einer gestörten Bildung der Blutplättchen im Knochenmark oder von ihrem verstärkten Abbau bzw. Verbrauch im Körper kommt.
Wann der PDW bestimmt wird
- Als Teil eines Blutbildes bei einer routinemäßigen Gesundheitsuntersuchung — der PDW ist automatisch neben PLT und MPV enthalten
- Wenn ein Blutbild eine auffällige Thrombozytenzahl (PLT) ergeben hat — PDW und MPV helfen, die mögliche Ursache zu beurteilen
- Wenn Blutungen aus Wunden lange nicht zum Stehen kommen oder häufig Nasenbluten auftritt
- Wenn ohne erkennbaren Anlass leicht blaue Flecken entstehen
- Bei der Verlaufskontrolle einer bekannten Bluterkrankung oder ihrer Behandlung
Wie Sie sich vorbereiten
- Für die Bestimmung des PDW ist keine besondere Vorbereitung nötig — er wird aus derselben Probe wie das Blutbild bestimmt
- Werden gleichzeitig andere Blutwerte angefordert (zum Beispiel Blutzucker oder ein Lipidprofil), müssen Sie vor der Probenentnahme möglicherweise nüchtern bleiben — Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das Labor sagt es Ihnen
Referenzbereich
In den breit zugänglichen Quellen (MedlinePlus, NHS) ließ sich kein konkreter Zahlenbereich für den PDW mit Einheiten finden — der Referenzbereich hängt vom Modell des Analysegeräts im Labor ab. Den genauen PDW-Bereich finden Sie auf Ihrem eigenen Blutbefund, neben dem Ergebnis.
Ein erhöhter PDW
PDW und MPV werden aus derselben Verteilungskurve der Blutplättchengröße berechnet, ein erhöhter PDW zeigt sich deshalb meist zusammen mit einem erhöhten MPV — im Blut zirkulieren Blutplättchen unterschiedlicher Größe, darunter größere, jüngere. Laut MedlinePlus entsteht ein höherer MPV (und mit ihm ein breiterer PDW) bei Zuständen, in denen der Körper Blutplättchen schneller als gewöhnlich abbaut oder verbraucht.
Mögliche Ursachen eines erhöhten PDW:
- Thrombozytopenie (eine verringerte Thrombozytenzahl) — wegen ihres verstärkten Abbaus im Körper, wenn das Knochenmark das durch die Bildung neuer Blutplättchen unterschiedlicher Größe ausgleicht
- Myeloproliferative Erkrankungen (Störungen des Knochenmarks, bei denen zu viele Blutzellen gebildet werden)
- Präeklampsie in der Schwangerschaft
- Herzerkrankungen
- Diabetes mellitus
- Hämolytische Anämie (ein verstärkter Abbau roter Blutkörperchen)
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können:
- Die Thrombozytenzahl (PLT) und das mittlere Thrombozytenvolumen (MPV) — zusammen mit dem PDW helfen sie, die Ursache genauer einzuordnen
- Eine Durchsicht des gesamten Blutbildes — ob weitere Auffälligkeiten vorliegen
- Ob Anzeichen von Blutungen oder blauen Flecken bestehen
- Wann es sinnvoll ist, den Test zu wiederholen, um die Veränderung im Verlauf zu sehen
Ein niedriger PDW
Ein niedriger PDW bedeutet, dass die Blutplättchen im Blut in ihrer Größe einander ähnlicher sind. Da PDW und MPV aus derselben Kurve berechnet werden, zeigt sich ein niedriger PDW meist zusammen mit einem niedrigen MPV — das kann auf eine langsamere, gleichmäßigere Bildung von Blutplättchen im Knochenmark hinweisen.
Mögliche Ursachen eines niedrigen PDW:
- Manche Krebserkrankungen, die die Arbeit des Knochenmarks beeinträchtigen
- Die Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel auf das Knochenmark
- Aplastische Anämie (eine gestörte Blutbildung im Knochenmark)
- Autoimmunerkrankungen
- Bakterielle oder virale Infektionen
- Eine Alkoholabhängigkeit
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können:
- Die Thrombozytenzahl (PLT) — ob eine Thrombozytopenie vorliegt
- Ein Blutbild und eine Beurteilung der Knochenmarkfunktion, wenn die Auffälligkeit anhält
- Die eingenommenen Arzneimittel — ob eines davon die Bildung von Blutplättchen beeinflussen könnte (mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen)
- Wann es sinnvoll ist, den Test zu wiederholen, um die Veränderung im Verlauf zu verfolgen
Wie sich PDW von MPV unterscheidet
Beide Werte werden aus derselben Verteilungskurve der Blutplättchengröße berechnet: MPV zeigt die mittlere Größe der Blutplättchen, PDW dagegen, wie breit die Verteilung der Größen selbst ist, also wie stark sich die Blutplättchen in ihrer Größe voneinander unterscheiden. Sie werden meist zusammen beurteilt. Die Ursache eines erhöhten oder niedrigen PDW klärt die Ärztin oder der Arzt nach Beurteilung des gesamten Blutbildes.
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Häufige Fragen
›Was ist PDW im Blutbild?
PDW (Verteilungsbreite der Blutplättchen) zeigt, wie stark sich die Blutplättchen (Thrombozyten) in ihrer Größe voneinander unterscheiden. Der Wert wird im Blutbild automatisch zusammen mit der Thrombozytenzahl (PLT) und dem mittleren Thrombozytenvolumen (MPV) berechnet.
›Wie hoch ist der normale PDW-Bereich?
In den breit zugänglichen Quellen (MedlinePlus, NHS) ließ sich kein konkreter Zahlenbereich für den PDW mit Einheiten finden — der Referenzbereich hängt vom Modell des Analysegeräts im Labor ab. Den genauen PDW-Bereich finden Sie auf Ihrem eigenen Blutbefund, neben dem Ergebnis.
›Wie unterscheidet sich PDW von MPV?
Beide Werte werden aus derselben Verteilungskurve der Blutplättchengröße berechnet: MPV zeigt die mittlere Größe der Blutplättchen, PDW dagegen, wie breit die Verteilung der Größen selbst ist, also wie stark sich die Blutplättchen in ihrer Größe voneinander unterscheiden. Sie werden meist zusammen beurteilt.
›Was bedeutet ein erhöhter PDW?
Ein erhöhter PDW zeigt, dass im Blut Blutplättchen unterschiedlicher Größe vorliegen, häufig zusammen mit einem erhöhten MPV. Laut MedlinePlus hängt das mit einer Thrombozytopenie, myeloproliferativen Erkrankungen, einer Präeklampsie, Herzerkrankungen, Diabetes oder einer hämolytischen Anämie zusammen — die Ursache klärt die Ärztin oder der Arzt nach Beurteilung des gesamten Blutbildes.
›Was bedeutet ein niedriger PDW?
Ein niedriger PDW zeigt, dass die Blutplättchen im Blut in ihrer Größe einander ähnlicher sind, häufig zusammen mit einem niedrigen MPV. Laut MedlinePlus kann das mit manchen Krebserkrankungen, der Wirkung von Arzneimitteln, einer aplastischen Anämie, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen zusammenhängen.
›Muss ich vor einer PDW-Bestimmung nüchtern bleiben?
Nein, für die Bestimmung des PDW ist keine besondere Vorbereitung nötig. Nüchtern bleiben müssen Sie nur dann, wenn gleichzeitig andere Untersuchungen angefordert sind, für die die Probe nüchtern entnommen werden muss.
Quellen
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.