Coeruloplasmin: Was der Wert bedeutet
20–40 mg/dl, umgerechnet (1 mg/dl = 0,01 g/l) – MedlinePlus
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was Coeruloplasmin ist
Coeruloplasmin ist ein in der Leber gebildetes Eiweiß, an das der größte Teil des im Blut vorhandenen Kupfers gebunden ist. Es transportiert nicht nur Kupfer, sondern ist auch am Eisenstoffwechsel beteiligt und wirkt als Antioxidans. Coeruloplasmin wird meist zusammen mit der Kupfermenge im Blut oder Urin bestimmt, wenn eine Störung des Kupferstoffwechsels vermutet wird – besonders Morbus Wilson, eine seltene erbliche Erkrankung. Wegen ihr kann der Körper überschüssiges Kupfer nicht ausscheiden, sodass es sich in der Leber und in anderen Organen ansammelt. Coeruloplasmin ist außerdem ein Akute-Phase-Protein – sein Spiegel im Blut kann bei einer Infektionskrankheit, einer Entzündung oder einer Gewebeschädigung vorübergehend ansteigen, ein einzelner erhöhter Wert lässt sich daher ohne klinischen Zusammenhang nicht sinnvoll beurteilen. Ein niedriges Coeruloplasmin zusammen mit einem niedrigen Kupferspiegel und typischen Beschwerden ist eine von mehreren Untersuchungen, mit denen Morbus Wilson festgestellt wird.
Der Referenzbereich für Coeruloplasmin
| Gruppe | Bereich, g/l | Quelle |
|---|---|---|
| Erwachsene 20–40 mg/dl, umgerechnet (1 mg/dl = 0,01 g/l) – MedlinePlus | 0,2–0,4 | MedlinePlus Geprüft 2025-02-13 |
Das genaue Intervall Ihres eigenen Labors kann leicht abweichen – Sie finden es auf Ihrem Befund.
Wann Coeruloplasmin bestimmt wird
- Bei Verdacht auf Morbus Wilson – meist zusammen mit der Bestimmung der Kupfermenge im Blut oder Urin
- Bei einer ungeklärten Lebererkrankung, besonders in jüngeren Jahren
- Wenn neurologische oder psychiatrische Beschwerden ohne klare Ursache auftreten (Zittern, Schwierigkeiten beim Sprechen oder mit der Koordination, Verhaltensänderungen)
- Wenn bei einer Augenuntersuchung ein Kayser-Fleischer-Ring gefunden wird (ein kupferhaltiger Ring am Rand der Iris)
- Bei Verdacht auf eine Störung des Kupfer- oder Eisenstoffwechsels, wenn andere Untersuchungen unklar bleiben
- Zur Verlaufskontrolle der Behandlung eines bereits festgestellten Morbus Wilson
So bereiten Sie sich vor
- Für den Test ist keine besondere Vorbereitung nötig
- Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Infektion oder eine Entzündung haben, kann das Coeruloplasmin vorübergehend erhöht sein – sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
Erhöhtes Coeruloplasmin
Ein erhöhtes Coeruloplasmin wird meist mit einer Entzündung oder Infektion in Verbindung gebracht, denn es ist ein Akute-Phase-Protein. Weitere Ursachen sind eine Schwangerschaft, die Einnahme hormoneller Kontrazeptiva oder von Östrogenen, einige Krebserkrankungen (Brustkrebs, Lymphom), eine rheumatoide Arthritis, Herzerkrankungen und eine Schilddrüsenüberfunktion. Der Wert sollte zusammen mit anderen Untersuchungen mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
Was Coeruloplasmin erhöhen kann
- Eine akute oder chronische Infektion, eine Entzündung oder eine Gewebeschädigung – Coeruloplasmin steigt als Akute-Phase-Protein an
- Schwangerschaft
- Einnahme hormoneller Kontrazeptiva oder von Östrogenen
- Krebserkrankungen – Brustkrebs, Lymphom
- Rheumatoide Arthritis
- Herzerkrankungen, auch ein Herzinfarkt
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was bei einem erhöhten Wert üblicherweise beurteilt wird
- Ob zum Zeitpunkt der Blutabnahme eine Infektion, eine Entzündung oder eine Gewebeschädigung bestand
- Ob hormonelle Kontrazeptiva oder Östrogenpräparate eingenommen werden oder ob eine Schwangerschaft besteht
- Leber- und Schilddrüsenwerte, wenn weitere Fragen offen bleiben
- Wann der Test wiederholt werden sollte, damit die Veränderung im Verlauf sichtbar wird
Niedriges Coeruloplasmin
Ein niedriges Coeruloplasmin ist einer der Werte, die den Verdacht auf Morbus Wilson lenken – eine erbliche Störung des Kupferstoffwechsels. Weitere Ursachen sind eine chronische Lebererkrankung, Aufnahmestörungen im Darm, eine unzureichende Ernährung, das Menkes-Syndrom und ein nephrotisches Syndrom. Beurteilt wird der Wert immer zusammen mit der Kupfermenge im Blut oder Urin.
Was Coeruloplasmin senken kann
- Morbus Wilson – eine erbliche Störung, bei der sich Kupfer im Körper ansammelt
- Chronische Lebererkrankung
- Aufnahmestörungen im Darm (Malabsorption)
- Eine unzureichende Ernährung mit Kupfermangel
- Menkes-Syndrom
- Nephrotisches Syndrom
Was bei einem niedrigen Wert üblicherweise beurteilt wird
- Die Kupfermenge im Blut und Urin – zusammen mit dem Coeruloplasmin hilft sie, den Kupferstoffwechsel zu beurteilen
- Leberwerte und, falls nötig, eine Augenuntersuchung auf einen Kayser-Fleischer-Ring
- Erbliche Störungen des Kupferstoffwechsels in der Familie
- Ein weiteres ärztliches Gespräch über die mögliche Diagnose Morbus Wilson
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Häufige Fragen
›Wie hoch ist der Normalbereich für Coeruloplasmin im Blut?
Laut MedlinePlus liegt der Bereich bei Erwachsenen bei 20–40 mg/dl beziehungsweise 0,2–0,4 g/l. Das genaue Intervall Ihres eigenen Labors kann leicht abweichen – Sie finden es auf Ihrem Befund.
›Warum wird Coeruloplasmin bestimmt?
Coeruloplasmin wird meist bestimmt, wenn eine Störung des Kupferstoffwechsels vermutet wird, besonders Morbus Wilson. Es ist außerdem hilfreich, wenn die Ursachen einer ungeklärten Lebererkrankung oder bestimmter neurologischer Beschwerden gesucht werden.
›Sind Coeruloplasmin und Kupfer im Blut dasselbe?
Nein. Coeruloplasmin ist ein Eiweiß, an das der größte Teil des im Blut vorhandenen Kupfers gebunden ist. Die Kupfermenge im Blut und das Coeruloplasmin werden meist zusammen bestimmt, weil sie gemeinsam den Kupferstoffwechsel des Körpers genauer abbilden.
›Warum kann Coeruloplasmin auch ohne Störung des Kupferstoffwechsels erhöht sein?
Coeruloplasmin ist ein Akute-Phase-Protein und kann daher bei einer Infektion, einer Entzündung sowie in der Schwangerschaft oder bei Einnahme hormoneller Kontrazeptiva vorübergehend ansteigen. Ein einzelner erhöhter Wert ohne weiteren Zusammenhang stellt deshalb noch keine Diagnose.
›Muss ich mich auf die Coeruloplasminbestimmung besonders vorbereiten?
Nein, laut MedlinePlus ist für diesen Test keine besondere Vorbereitung nötig. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Infektion haben oder Zeichen einer Entzündung bemerken, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn das kann den Wert beeinflussen.
›Was zeigt ein niedriges Coeruloplasmin?
Ein niedriges Coeruloplasmin kann zusammen mit anderen Untersuchungen auf Morbus Wilson, eine chronische Lebererkrankung oder Aufnahmestörungen im Darm hinweisen. Dieser Wert wird immer zusammen mit der Bestimmung der Kupfermenge mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen.
Quellen
Verwandte Blutwerte
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Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.