LDH im Blut: Was der Wert bedeutet
Der Bereich kann je nach Labor und verwendeter Methode abweichen
- Aktualisiert
- 2026-09-13
- Jede Zahl mit Quelle
Was LDH ist
Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das an der Umwandlung von Glukose in Energie beteiligt ist und in nahezu jeder Zelle des Körpers vorkommt – im Herzen, in der Leber, in den Nieren, in den Muskeln, in der Lunge, in den Blutzellen und im Gehirn. Werden Zellen durch eine Erkrankung, eine Infektion, eine Verletzung oder eine andere Ursache geschädigt oder gehen sie zugrunde, gelangt LDH ins Blut und die Menge im Blut steigt. Deshalb ist die LDH-Bestimmung keine Untersuchung eines einzelnen Organs – sie zeigt eine Gewebeschädigung ganz allgemein, und zur Klärung der Ursache sind meist weitere Untersuchungen nötig (zum Beispiel Leberwerte wie ALT, außerdem Troponin, ein großes Blutbild mit Differenzierung der weißen Blutkörperchen oder bildgebende Untersuchungen). LDH wird manchmal auch in anderen Flüssigkeiten gemessen, zum Beispiel im Pleura- oder Bauchhöhlenpunktat, um zu beurteilen, woher diese Flüssigkeit stammt. Weil LDH ein unspezifischer Wert ist, wird er meist gemeinsam mit den klinischen Beschwerden und anderen Untersuchungen beurteilt und nicht für sich allein.
Referenzbereich
| Gruppe | Bereich, U/l | Quelle |
|---|---|---|
| Erwachsene Der Bereich kann je nach Labor und verwendeter Methode abweichen | 125–220 | MedlinePlus Geprüft 2026-01-10 |
Nach MedlinePlus liegt der normale LDH-Bereich für Erwachsene bei 125–220 U/l. Der Bereich kann je nach Labor und verwendeter Methode abweichen; vergleichen Sie Ihren Wert daher mit dem Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Ein einzelner Wert erlaubt keine Diagnose – einen Wert außerhalb des Bereichs beurteilt die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihren Beschwerden und Ihren übrigen Untersuchungen. Wenn Ihnen die Zahlen auf dem Befund fremd sind, lesen Sie, wie man Blutwerte liest.
Wann LDH bestimmt wird
- Bei Verdacht auf eine Schädigung von Gewebe oder Organen – zum Beispiel nach einer Verletzung, einer starken Muskelüberlastung oder einer Operation
- Bei der Abklärung der Ursache einer Anämie – LDH hilft, eine hämolytische Anämie von anderen Formen der Anämie zu unterscheiden
- Bei der Kontrolle einer Lebererkrankung, gemeinsam mit den Leberenzymen (ALT, AST, Bilirubin)
- Bei der Beurteilung bestimmter Krebserkrankungen – Leukämie, Lymphom oder andere Tumoren, bei denen LDH dazu dient, den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen
- Bei Verdacht auf eine infektiöse Mononukleose oder eine andere Infektion, die Gewebe schädigt
- Bei unklaren Beschwerden – Müdigkeit, Schwäche, Atemnot –, wenn die Ärztin oder der Arzt den allgemeinen Zustand der Gewebe prüfen möchte
Wie Sie sich vorbereiten
- Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig – Sie müssen nicht nüchtern sein
Allgemeine Hinweise, die für jede Blutentnahme gelten, finden Sie unter wie man sich auf eine Blutuntersuchung vorbereitet.
Erhöhtes LDH
Ein erhöhtes LDH bedeutet nicht immer eine schwere Erkrankung – es steigt auch bei starker körperlicher Anstrengung oder unter manchen Medikamenten. Ein deutlich erhöhtes LDH kann jedoch auf eine Gewebeschädigung hinweisen: einen Herzinfarkt, eine hämolytische Anämie, eine Lebererkrankung, eine Muskelverletzung oder eine Infektion. Um die Ursache zu klären, beurteilt die Ärztin oder der Arzt LDH gemeinsam mit anderen Untersuchungen und mit den Beschwerden.
- Starke körperliche Aktivität
- Manche Medikamente, darunter Acetylsalicylsäure
- Ein Herzinfarkt oder eine andere Gewebeschädigung durch verminderten Blutfluss
- Hämolytische Anämie – der Abbau roter Blutkörperchen
- Infektiöse Mononukleose oder eine andere schwere Infektion
- Leukämie, Lymphom oder andere Krebserkrankungen
- Lebererkrankung
- Eine Muskelverletzung oder eine Muskeldystrophie
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
- Ein Schlaganfall oder ein anderes Absterben von Gewebe
Was Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen
- Ob vor der Blutentnahme starke körperliche Aktivität stattgefunden hat oder Medikamente eingenommen werden, die den Wert beeinflussen könnten
- Weitere Untersuchungen zur Klärung der Ursache – Leberwerte, Troponin, ein großes Blutbild
- Beschwerden – Müdigkeit, Schmerzen, Atemnot –, die helfen, den Wert mit einer möglichen Ursache zu verbinden
- Wann die Bestimmung wiederholt werden sollte, damit die Veränderung im Verlauf erkennbar wird
Niedriges LDH
Ein niedriges LDH kommt seltener vor als ein erhöhtes. Es kann mit großen Mengen an Vitamin C oder Vitamin E oder mit einer seltenen erblichen Erkrankung zusammenhängen – einem Laktatdehydrogenase-Mangel. Die klinische Bedeutung eines niedrigen LDH ist üblicherweise geringer als die eines erhöhten; besprechen Sie den Wert daher gemeinsam mit Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Die Einnahme großer Mengen an Vitamin C oder Vitamin E
- Ein seltener erblicher Laktatdehydrogenase-Mangel
Was bei niedrigem LDH betrachtet wird
- Ob Vitaminpräparate in großen Mengen eingenommen werden
- Seltene erbliche Enzymstörungen in der Familie, wenn die Verminderung anhält
Verwandte Untersuchungen
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Häufige Fragen
›Wie hoch ist der normale LDH-Bereich?
Nach MedlinePlus liegt der normale LDH-Bereich für Erwachsene bei 125–220 U/l, doch der genaue Bereich hängt vom Labor und der verwendeten Methode ab – Sie finden ihn auf Ihrem eigenen Befund.
›Was zeigt ein erhöhtes LDH?
Ein erhöhtes LDH zeigt, dass irgendwo im Körper eine Gewebeschädigung vorliegen kann – das kann ein Herzinfarkt, eine hämolytische Anämie, eine Lebererkrankung, eine Muskelverletzung, eine Infektion oder eine Krebserkrankung sein. Weil LDH in nahezu allen Zellen vorkommt, weist es nicht auf ein einzelnes Organ hin – zur Klärung der Ursache sind weitere Untersuchungen nötig.
›Bedeutet ein erhöhtes LDH immer eine schwere Erkrankung?
Nein. LDH kann nach starker körperlicher Aktivität oder unter bestimmten Medikamenten, darunter Acetylsalicylsäure, vorübergehend ansteigen. Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet daher noch keine Diagnose – er muss gemeinsam mit den Beschwerden und anderen Untersuchungen beurteilt werden.
›Warum wird LDH gemeinsam mit anderen Untersuchungen verwendet?
LDH ist ein unspezifischer Wert – er steigt aus vielen verschiedenen Gründen und zeigt für sich allein nicht, welches Organ geschädigt ist. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt ihn gemeinsam mit Leberwerten, Troponin, einem großen Blutbild oder anderen Untersuchungen, je nach vermuteter Ursache.
›Muss ich mich auf eine LDH-Bestimmung besonders vorbereiten?
Nein – nach MedlinePlus ist für die LDH-Bestimmung im Blut keine besondere Vorbereitung nötig, und Sie müssen nicht nüchtern sein. Erwähnen Sie gegenüber Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn vor der Blutentnahme starke körperliche Aktivität stattgefunden hat, da das den Wert vorübergehend beeinflussen kann.
›Was kann die LDH-Menge im Blut senken?
Ein niedriges LDH kommt seltener vor. Es kann mit großen Mengen an Vitamin C oder Vitamin E oder mit einem seltenen erblichen Laktatdehydrogenase-Mangel zusammenhängen.
Quellen
Verwandte Blutwerte
Diese Website ist kein Notdienst. Wenn plötzlich starke Brust- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Verwirrtheit, Sprachstörungen, starke Blutungen oder eine andere akute Störung auftreten — warten Sie nicht auf Laborwerte, rufen Sie 112 an.
Diese Informationen sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Beratung. Referenzbereiche hängen vom Labor, vom Alter und vom Geschlecht ab — vergleichen Sie Ihr Ergebnis immer mit dem Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.